Kirschblütenallee in Lichterfelde

Japanische Kirschbäume und verlassene Mauerteile

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Heute möchte ich euch ein ganz besonderes Teilstück des Berliner Mauerweges vorstellen.

Der Berliner Mauerweg von Lichterfelde Süd bis Teltow / Zehlendorf

Besonders im wetterlaunischen Monat April gibt es hier etwas zu bestaunen!
Dazu muss man ein Stückchen in den Süden Berlins rausfahren.


Mit der S25 geht es erst einmal Richtung Teltow Stadt. Der Radfahrer oder ambitionierte Fußgänger nimmt am S-Bahnhof in Lichterfelde Süd dann am besten den Ausgang mit der Rampe. Dann entweder gleich scharf rechts den verlassen Weg links der Bahngleise oder geradeaus den Landweg und dann die Osdorfer Straße entlang.

Wenn irgendwann rechts oder links eine Allee rotrindinger Bäume beginnt, ist man richtig. Im April zeigt uns die Natur hier das wundersame Schauspiel der Kirschblüten par excellence. Während in der City die rosarote Pracht schon fast verblüht ist, geht es hier erst richtig los! Dank der Spähtblüher aus Japan und der etwas raueren Temperaturen hier draußen am Rande der Stadt, kommen alle Kirschblütennachzügler hier noch in den vollen Genuss der flauschigen Kirschboten.

Die Bepflanzung verdanken wir TV Asahi, der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Berlin , die hier 1995 bis zu 1.000 Kirschbäume anpflanzte. Damit ist diese Kirschbaumallee die längste in ganz Berlin. Am 30. April wird auch hier das Kirschblütenfest Hanami gefeiert.
Nähere Informationen gibt es hier: Hanamifest Teltow

Und hier könnt ihr euch über den aktuellen Stand der Kirschblüten in Berlin City informieren:


Sobald man sich vom Anblick losreißen kann geht es tunnelartig weiter. Eine Bahnunterführung der Teltower Bahn unterbricht die Allee in zwei Teile. Der zweite Abschnitt auf der anderen Seite ist mindestens genauso schön und endet mit zwei hübsch bemalten Mauerstücken.

Überquert man hier die Ostpreußenallee in Richtung Teltowkanal, findet man sich in einer Einfamilienhaussiedlung wieder. Der angrenzende ehemalige Kolonnenweg der Mauer führt links an der üppig begrünten Uferseite des Teltowkanals entlang bis zur nächsten Kanalüberquerung vom Teltower Damm.

Hier kann man auf die andere Seite des Kanales wechseln und den Mauerweg weiter entlang radeln oder schlendern oder links entlang einen Abstecher in die Teltower Altstadt machen.

Wer noch Zeit und Lust hat, etwas Neues zu entdecken, der sollte sich weiter geradeaus in die Oderstraße aufmachen. Dort wartet ein geheimnisvoller Ort.

Entlang der Straße wird der Blick irgendwann von bemalten Berliner Mauerteilen aufgefangen. Hinter einem Maschendrahtzaun lächeln uns die Gesichter von Nelson Mandela, Gandhi und des Dalai Lama, aufgemalt auf den charakteristischen Betonstücken der Berliner Mauer, an. Wenn man in die Straße dem Schild Teltower Betonwaren folgend rechts einbiegt, kommt man auf ein Brachgelände. Hier verweilen, teils liegend – teils stehend und abseits der ausgestellten Mauerteile der Straße, insgesamt noch 55 Mauerstücke, künstlerisch bemalt oder getaggt. Es waren einmal einige mehr. Viele Teile wurden von hier schon verkauft und stehen nun in den USA, Japan oder Südkorea rum. Trotz allem aber immer noch ein interessanter Ort für Fotoaufnahmen.

Möchte man dem Mauerweg noch weiter folgen, muss man zurück zur Brücke am Teltower Damm. Von dort aus ist es noch eine Weile bis zur nächsten S-Bahn Anbindung Zehlendorf. Ansonsten besteht noch die Möglichkeit sich bei dieser Gelegenheit die schnuckelige Altstadt in Teltow anzuschauen. Einst von Friedrich Schinkel entworfen, wurde dieser Stadtkern Mitte der 90er Jahre rekonstruiert. Kleine Gässchen und ein verschlafener Marktplatz verleihen der alten DDR Vorstadt eine liebenswerte Ruhe. Hier ist Kaffee trinken angesagt. Bis zur S-Bahn Station Teltow Stadt sind es von hier noch ein paar Minuten.

Abschluss der Kirschblütenallee

 

 

 

 

 

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